Elektrifizierung einer Hegi Huey Cobra von Schlüter

17.10.2013
Diese Cobra soll nach Sebastians Vorbild elektrifiziert werden. Sie befindet sich noch in dem Zustand, in dem ich sie Anfang 2008 gekauft habe. Die Ansteuerung des Hauptrotorkopfes wurde schon mehrfach modernisiert. Der Fixpitch-Hauptrotor passt nicht zur Taumelscheibe. Es gibt viele Löcher im Rumpf, aber auch ein ausgebautes Cockpit.

Eine Restaurierung habe ich nicht vorgesehen. Die Cobra soll nur in einen technisch einwandfreien, möglichst originalen Zustand versetzt werden.

18.10.2013
Die Cobra wiegt nach dem Ausschlachten, komplett, aber ohne Fernsteuerung und Motor ca. 3,5 kg. Auf dem Chassis befinden sich nur das Getriebe und das Gebläsegehäuse.

21.10.2013
Das Kufengestell hat andere Rohre (ohne Knicke) bekommen. Die Schellen habe ich im Schraubstock gerade gebogen, damit sie die Rohre wieder fest spannen. Die Aluteile habe ich lediglich mit Scheuerpulver gereinigt, nicht überschliffen. Alle Schrauben, Scheiben und Muttern sind neu.
Beim Test des Getriebes stelle ich fest, daß die Hauptrotorwelle nicht mit den anderen Wellen mitdreht. Nach dem Öffnen des Getriebegehäuses findet sich vor allem viel Fett, aber kein Öl. Das Tellerad und die darüberliegenden Kugellager sind fettfrei. Anscheinend wurde dieses Getriebe so nie verwendet.

Die Chassisplatten muss ich mit Scheuerpulver und Schleifpapier säubern, um auch die alten Klebstoffreste zu entfernen. Die Schwinggummis sind fertig und reißen teilweise beim Abschrauben - ab in den Müll damit! Ich habe noch neue Schwinggummis im Fundus.

Auslegung Elektroantrieb

Als Grundlage zur Berechnung der Leistungsdaten des Elektroantriebs dienen :
- die Angaben zur Cobra nach nach dem Hegi-Katalog MK 12
- Dieter Schlüters Buch "Hubschrauber ferngesteuert"
- Sebastians Arbeiten zu seiner E-Cobra

Getriebe 10,5 : 3 : 1
Motor "Veco 61"
1,45 PS (1,07 kW) bei 13800 U/min
Hauptrotordrehzahl bei Maximalleistung : 13800 / 10,5 ≈ 1315 U/min
Motor "Webra 61 RC"
1,4 PS bei 14000 U/min
Hauptrotordrehzahl bei Maximalleistung : 14000 / 10,5 ≈ 1333 U/min
Das bedeutet bei einem Leistungsgewicht von 0,15 PS/kg ca. 10kg Hubleistung. Die Cobra hat ein Sollgewicht von 4800 g, damit steht eine Sicherheitsreserve von 100% zur Verfügung.
Nach der Hegi-Bauanleitung (S. 18) beträgt
die Schwebeflugdrehzahl ≈ 1000 U/min,
die Maximaldrehzahl ≈ 1333 U/min.

Leistungsabfall mit "Veco 61" (Prozentzahlen aus Dieter Schlüter : "Hubschrauber ferngesteuert") :

Getriebe 10 % 107 W
Gebläse 17 % 182 W
Heckrotor 19 % 203 W
Hauptrotor 54 % 578 W
Gesamt 1070 W

Leistungabfall elektrisch (geschätzt) :

Getriebe & Vorgelege 13 % 140 W
Gebläse 0 % 0 W
Heckrotor 19 % 203 W
Hauptrotor 54 % 578 W
Gesamt 921 W

Bei einem Wirkungsgrad des Elektromotors von 80% ergibt sich eine Leistungsaufnahme von 1152 W.

Mit einem Vorgelege 2:1 resultiert eine Maximaldrehzahl des Motors von 13800 * 2 = 27600 U/min.
Bei 6S entspricht das einem Motor mit 1278 U/min/V (KV).

Erforderlich :
- Motor : KV 1300, 1,2 kW ⇒ 56 A bei Maximalleistung, 40 A beim Schweben
- Akku : LiPo 6S 2500 mAh, 30 C ⇒ 80 A max, ist ausreichend (30 % Sicherheit)
- Regler : 6S mit 80 A Dauerstrom (30 % Sicherheit), möglichst ohne BEC. Es sollte kein spezieller Heliregler sein, damit er teillastfest ist, also ein Flugzeug- oder Autoregler.

23.10.20013
Ich habe die Räderblöcke des Getriebes mit Bremsenreiniger vom alten Fett befreit und schon mal provisorisch in das neue Getriebegehäuse von Kurt Pastuschka eingesetzt. Das Getriebe hat jetzt schon ohne Öl einen sauberen Lauf.

25.10.2013
Motor gewählt (nach Sebastians Angaben) :
500H Heli Motor 1300kv (500 Class)
Modell : 3126
Wicklungen : 5
LiPo : 2S ~ 6S
Kv : 1300 U/min/V
Leerlaufstrom : 3 A / 10 V
Maximaler Verbrauch : 1500 W
Masse : 186 g
Wellendurchmesser : 5 mm
Abmessungen : 37,2 mm x 47,5 mm
Vom ebay-Händler : rc-helipotter
Brushless 500H Heli Motor 3126 1300kv T-Rex 500 1500W
Durchmesser Getriebeeingangswelle : 6 mm
Zahnräder bei www.gear24.com

Heckrotor

Die Kupplungsbuchse sitzt ohne Schrauben bombenfest auf der Heckrotoreingangswelle und der Flexwelle. Da hilft nur die alte Methode : ab in den Kühlschrank und dann mit Hitze lösen.
Nach 90 Minuten im Kühlschrank (8 °C) und 20 Sekunden Heizen mit Gasbrenner hat die Kupplungsbuchse ca. 80 °C, die Heckrotoreingangswelle ca. 25 °C nachdem sich die Teile recht leicht Lösen ließen. Es hat gebröckelt, also war da wohl auch Kleber drin.
Eine der Kupplungshülsen brauche ich aus der Reserve. Ich habe beide Hülsen innen entgratet und dann rundherum nass geschliffen.
Alle M2-Schrauben und -Muttern am Heckrotor sind neu aus Eisen (statt Messing). Statt eines Fingerhuts voll Fett kommt jetzt nur eine Fingerspitze voll ins Getriebe! Die hohle Heckrotorwelle reinige ich innen mit Paketschnur.

26.10.2013
Die Flexwelle muss linksdrehend sein, sonst dröselt sie sich im schlimmsten Fall unter Belastung auf, versteift sich aber auf jeden Fall. Einfacher Test : Ein Ende in die linke Hand, rechten Daumennagel zwischen die Windungen, mit links von sich weg drehen ⇒ rechte Hand wird zur linken gezogen.
In dieser Cobra ist eine falsche Welle drin, eine Ersatzwelle ist zum Glück da.

27.10.2013
Für die Steuerung habe ich die Servos (3 x Graupner 4041) aus der gelben D-S 22 ausgebaut, die Winkelhebel aus der roten D-S 22.
Vom ebay-Händler : flugmodellbau24
Brushless Regler Mystery Fire Dragon 80A RC

28.10.2013
Vom ebay-Händler tools-technik-hs
1 m Aluminium Winkel 50x20x3 mm Länge wählbar Alu AlMgSi05 F22 Aluwinkel Profil
Aluminium Platte 100 x 100 x 5 mm AlMg3 Alu Alublech Zuschnitt

29.10.2013
Der Regler ist eingetroffen.
Vom ebay-Händler : rc-franz
2 * Turnigy AKKU LIPO 6s 22,2V 3000mAH 20-30c T-Rex

Aus den Lagerschalen und dem Zentralstück dieser Cobra, einer Schlaggelenk-Wippe aus der Kiste und einer Stabilisierungsstange mit allen Teilen (wahrscheinlich von der gelben D-S 22) habe ich einen technisch funktionierenden Rotorkopf zusammengestellt.

Als Empänger-Akku werde ich vier Zellen "PA MH-3000 SC-P" von Reichelt einsetzen.

30.10.2013
Der Motor ist eingetroffen.
Die alten Heckrotorblätter habe ich von der welligen Textilbespannung befreit und überschliffen. Zum Auswuchten waren in das äußere Ende eines Blattes drei Nägel eingeschlagen. Die habe ich der Sicherheit wegen (3500 U/min und mehr) entfernt und das schwerere Blatt um zwei Millimeter gekürzt. Das leichtere Blatt brauchte dann noch eine Runde Isolierband, zum Auswiegen.
Hauptrotorwelle, Domlager, Taumelscheibenmitnehmer und Taumelscheibe säubere ich mit Bremsenreiniger, um altes Fett zu beseitigen. Die Hauptrotorwelle schleife ich nass mit 400er und 600er Papier. Ober- und unterhalb des Lochs für die Rotorkopfbefestigung sind Grate, die ich mit einer Schlüsselfeile entferne, dann wird nochmal geschlliffen und es passt.
Die Taumelscheibe hat nach vielen Experimenten mit der Ansteuerung völlig andere Anschlüsse als ursprünglich bei der Cobra. Hier versehe ich ein Neuteil aus dem Fundus mit passenden Anlenkungen. Der fehlende Mitnehmer stammt auch aus einer Kiste.

Von Unlimited Drive Systems (gears24.com) bestellt :
Stirnzahnrad Delrin 30 Zähne Modul 1
Stirnzahnrad Stahl 15 Zähne Modul 1

31.10.2013
Heute teste ich Motor und Regler mit einem 3S-Akku - es funktioniert. Bei der MC3030 muss das Gas-Servo auf "reverse" stehen!

2.11.2013
Jetzt habe ich alle Teile zur Umrüstung der Cobra beisammen - bis auf die Zahnräder. Die Elektrik wiegt zusammen rund 1,1 kg, damit dürfte die Cobra am Ende etwa das im Hegi-Katalog angegebene Gewicht von 4,8 kg erreichen.

7.11.2013
Mittlerweile habe ich die Motorhalterung ausgemessen und berechnet. Da die Zahnräder noch nicht da sind, habe ich mich entschlossen, kein Muster aus Pappe zu bauen, sondern soweit wie möglich schon die Aluteile zurechtzumachen.
Die Seitenteile säge ich zunächst mit der Bügelsäge, um möglichst gerade Kanten zu bekommen. Für die kleinen Schnitte habe ich zur Laubsäge gegriffen. Was jetzt noch nicht passt, wird mit einer Schlüsselfeile bearbeitet.
Um die Löcher für die Motorträgerplatte passgenau zu bekommen, habe ich einfach die beiden Winkel mit Tesa aneinandergeklebt und dann beide Platten gemeinsam gebohrt.

8.11.2013
Die Seitenteile für den Motorträger sind fertig ins Chassis eingepasst. Blöderweise ist mir beim Skizzieren des Vorgeleges ein Fehler passiert. Ich habe die Dicke des Motorträgers nicht mit in die Berechnung einbezogen. Jetzt sitzen die Löcher zu dessen Befestigung 5 mm zu weit vorne. Wie ich das genau löse, weiß ich noch nicht. Jedenfalls erst, wenn die Zahnräder da sind.
In der Zeichnung sind jetzt die richtigen Maße angegeben.

13.11.2013
Inzwischen beschäftige ich mich in bisschen mit CAD. Dabei sind jetzt auch die Zeichnungen für die Seitenteile des neuen Motorhalters entstanden. Die Absicht ist, sie irgendwann mal auf einer Fräse passgenau herzustellen. Daran arbeite ich noch.

14.11.2013
Ich habe in den letzten Tagen mal zwei verschiedene Varianten für das Mittelteil des Motorträgers entworfen. Einmal mit ganz normalen Bohrungen zur Motorbefestigung (links). Und einmal mit Langlöchern, um evtl. andere Übersetzungen ausprobieren zu können (rechts).

16.11.2013
Heute habe ich mich endlich über die restlichen Metallarbeiten hergemacht. Das Aussägen des Motorträger-Mittelstücks ist mehr Arbeit als gedacht. Beim Bohren der seitlichen Sacklöcher ist mir auch noch ein Bohrer abgebrochen. Natürlich als das Loch fast fertig ist und dann noch bündig zur Oberfläche. Also muss ein neues Loch her, 5 mm versetzt. Das Gewindeschneiden ist dann auch noch ein Stück Arbeit - Gewinde in Sacklöcher in Aluminium mag ich gar nicht.

Ein paar Löcher in den Seitenteilen muss ich noch ausfräsen, weil die ganze Sache nicht winklig sitzt. Und das neue Loch muss auch noch her. Aber das hat Zeit bis die Zahnräder da sind.

17.11.2013
Heute reinige ich das Rohr der Heckrotorantriebswelle. Dazu habe ich mit dem abgeknippsten Heckrotorsteuerdraht einer anderen Cobra mit Waschbenzin getränkte Taschentuchfetzen durch das Rohr geschoben. Nach vier Durchgängen bleibt der Stoff ausreichend sauber.

19.11.2013
Mit dem CAD-Programm habe ich ein Servobrett entworfen. In der Mitte ist noch das Brett für Ladeanschluss und Ein-/Ausschalter gezeichnet. Ich setze dieses statt des Gasservos ein. Dann kann ich die Cobra bei Bedarf leicht wieder auf Verbrenner umrüsten. Als Ladeanschluss ist eine Cinchbuchse vorgesehen, als Schalter ein federbelasteter Kippschalter. Diese Kombination habe ich viele Jahre problemlos in einem Schlüter Comeback-Benziner verwendet.


Das Ergebnis des Fräsens sieht aus wie ein Teil aus einem Schnellbaukasten aus den 70ern. Ich habe aus Versehen dickeres Holz genommen als ursprünglich beabsichtigt. Also muss ich noch ein paar Minuten mit Bohrer und Laubsäge investieren. Mit Servos und Elektrik ist das Ziel erreicht.

Schließlich hab ich das Chassis, den Heckrotor mit Welle, alle Teile der Fernsteuerung und die Akkus lose in den Rumpf gesteckt. Der Schwerpunkt liegt genau da, wo er hin soll - vielleicht ein Tick zu weit vorne. Aber das lässt sich durch die Akkuplatzierung ausgleichen.

20.11.2013
Heute baue ich den kompletten Heckrotor ein. Die flexible Welle wird mit Fett eingerieben, ein bisschen kommt noch in das Rohr und dann wird die Welle eingeschoben. Den Heckrotor verschraube ich im Rumpf mit der Steuerkulisse. Die Welle verbinde ich über die Messinghülse mit dem Rotor. Das alles muss jetzt sein, weil ich das alte Steuergestänge, das gut und leicht läuft, weiterverwenden will. Dazu muss ich aber wissen, wo das Servo hinkommt.

21.11.2013
Das Servobrett ist eingepasst und ordentlich verklebt. Die Elektrik ist verlötet und die blanken Stellen an Schalter und Ladebuchse mit Heißkleber isoliert. Den Empfänger-Akku habe ich gestern noch zusammengelötet und eingeschrumpft.
Es ist dann doch ein wenig fummelig, die einzelnen Muttern unter dem Servobrett richtig zu platzieren - aber ich habe es geschafft. Der erste Test mit dem Empfänger zeigt, daß alles soweit funktioniert.

24.11.2013
Nachdem das Servobrett fest sitzt, habe ich die Umlenkhebel für die Taumelscheibenansteuerung montiert. Zum Glück lag noch ein Satz in einer Kiste. Dann kommen die Gestänge an die Reihe. von den Umlenkhebeln zur Taumelscheibe 16,4 cm und zu den Servos 34,4 cm, jeweils 2 mm Durchmesser mit 10 mm Gewinde an beiden Enden. Von der Taumelscheibe zur Paddelstange ist die Stange 35 mm lang, auch 2 mm Durchmesser mit 10 mm Gewinde an beiden Enden. Die Kugelköpfe sind neu.

Das Einstellen ist einfach. Die Taumelscheibe steht parallel zum Rumpf. Die Heckrotorblätter haben 8° Anstellwinkel zur Runpflängsachse, wenn der Steuerdraht in der Mitte der Kulissen ist. Ich habe sie übrigens mit Bügelfolie bezogen - leicht, stabil und einfach zu verarbeiten.

Um das Blitzen und Knallen beim Anstecken des Akkus zu verhindern, bestellte ich mir einen 4mm JETImodel ASC (Anti-Blitz-Steckersatz 4mm, 22985474).

25.11.2013
Da auch der Antrieb langsam mal in die Pötte kommen muss, habe ich heute Motor und Regler vereint. Zuerst habe ich alles provisorisch verdrahtet, um die richtige Zuordnung der Kabel zwischen Motor und Regler herauszubekommen. Für den Test ohne Last reichen die dünnen Kabel problemlos. Verlöten und Einschrumpfen ging dann schnell von der Hand. Dabei musste ich festzustellen, daß der Regler noch keinen festen Platz hat. Auf dem Chassis lässt er sich ohne weiteres nicht befestigen. Also habe ich mir aus Sperrholz ein Brett (7 cm * 7 cm) gesägt und am Chassis verschraubt. Darauf ist der Regler mit einem Kabelbinder (neongelb - als Kontrast!) befestigt. So brauche ich beim Aus- und Einbau des Chassis nur auf die Verbindung zum Empfänger achten.

Der Akku muss beim Fliegen auch noch irgendwo Platz nehmen. Die Idee, ihn auf die beiden hinteren Kabinenspanten zu legen, klappt nicht. Der Abstand der Spanten ist zu groß. Also gibts auch hierfür ein Sperrholzbrett (11 cm * 11 cm), das auf den Rumpfverstrebungen aufliegt. Zusätzlich ist es mit zwei Kiefernleisten um 10 mm angehoben. So kann der Akku zum Einstellen des Schwerpunktes auch weiter nach hinten durch den Spant untergebracht werden.

26.11.2013
Die Zahnräder sind da. Das Ritzel passt leider nicht durch das Loch im Motorträger. Beim Aussägen habe ich ein wenig zu viel Alu stehen lassen. Mit Fräse, Halbrund- und Rundfeile ist das Loch in einigen Minuten auf die passende Größe aufgeweitet. Auch passt das Getriebe nicht zusammen. Da macht sich meine Handarbeit durch ihre schlechte Präzision bemerkbar. Aber auch das lässt sich wieder hinkriegen.

Viel wichtiger ist : ich brauche eine gute Idee, wie ich das Loch in den Bund des großen Zahnrads bekomme.
Die zündende Idee kommt (mal wieder) von Sebastian. Ein Stück Hartholz mit einer großen Bohrung für den Bund des Zahnrades und einer senkrecht dazu passgenau gesetzten kleinen Bohrung für das zu erstellende Loch im Zahnrad - sein Vorschlag : Besenstiel.

27.11.2013
Statt des Besenstiels nehme ich eine Buchenvierkantleiste, Meterware. Da habe ich dann mehrere Versuche. Und sie lässt sich präziser in den Maschinenschraubstock spannen. Einen 15 mm-Bohrer stellt mein Nachbar zur Verfügung, alles andere habe ich.

28.11.2013
Die Anti-Blitz-Schaltung ist gekommen. Jetzt muss ich mir überlegen, wie ich die Verkabelung mit dem Akku am besten mache.

29.11.2013
Die Bohrschablone für das Zahnrad ist vorbereitet. Nach dem Vermessen kann ich nur sagen : das wird "sauknapp". Ein Loch mit 2,5 mm Durchmesser nur 2 mm von außen zu bohren, hoffentlich klappt das.

30.11.2013
Mit Hilfe einer Ständerbohrmaschine und eines Maschinenschraubstocks ist das Fertigen der Bohrschablone - na ja, kein Kinderspiel, aber mit etwas Hingabe gut machbar.
Das Loch im Zahnrad sitzt nach dem Bohren genau an der richtigen Stelle. Jetzt kommt noch der Spannstift durch Welle und Zahnrad, dann hat das Ganze Halt.
Das Verkleben der Getriebegehäusehälften wird mittlerweile schon fast zur Routine. Der Kleber muss nun 24 Stunden abbinden.
Die Akkus sollen ihren Strom an den Regler abgeben, deswegen braucht der noch Steckverbinder. Leider muss ich die Kabel etwas verlängern, damit ich im Rumpf einigermaßen einfach drankomme - mehr Lötaufwand, aber hinterher mehr Komfort. Die Anti-Blitz-Schaltung ist beim Löten sehr empfindlich, mir ist sie von der Buchse abgefallen. Das lässt sich aber reparieren. Sie funktioniert prima.

1.12.2013
Heute habe ich das Getriebe mit Öl gefüllt und ins Chassis eingebaut. Dann kommt der Motorträger dazu. Wie schon erwartet, müssen die Löcher für die Motorhalteplatte deutlich nach oben erweitert werden. Hier hilft eine elektrische Handfräse ungemein. Das fehlende Loch (wegen der verunglückten Bohrung in der Motorhalteplatte) wird auch gleich noch ergänzt. Jetzt kommt das fummelige Einstellen des Zahnflankenspiels. Dazu drehe ich einen Papierstreifen zwischen die Zahnräder, so wird der Abstand optimal. Schließlich wird alles festgeschraubt.

Der erste Lauf mit Getriebe geht recht gut und lässt auf einen turbinenartigen Sound schließen.
Den Testlauf im Rumpf habe ich wieder abgebrochen. Das ist zu laut fürs Zimmer und der Platz außenrum ist mir zu knapp. Auch im Garten wurde mir etwas mulmig.
Also raus auf den Modellflugplatz. Die Tests zeigen einen trotz vorheriger perfekter Einstellung miserablen Spurlauf, sobald den Blättern Hubleistung abgefordert wird. Da reicht die Fliehkraft nicht mehr zum Rückstellen. Das Phänomen muss ich in der Werkstatt untersuchen.
Vielen Dank an Julian Meyer fürs Filmen auf dem Flugplatz!

2.12.2013
Untersuchungen am Hauptrotorkopf :

  1. Die Blätter sind absolut gerade montiert, ohne Vor- oder Nachlauf.
  2. Alle Schrauben sind gut handfest, bis auf die zwei inneren Schrauben am niedriger laufenden Blatt. Die sind nur handfest, da ging noch eine viertel Umdrehung.
  3. Pitch : 2° an beiden Blättern
Die mangelnde Hubleistung ist jetzt auch leicht erklärt : Ich habe zur Einstellung die "Schlüter Universal Einstellwinkel Lehre No.1366" verwendet. Deren Ausgleichswinkel war von früher noch für vollsymetrische Blätter (also auf 0°) eingestellt. Beim Clark-Y-Profil der alten Holzblätter braucht es eine Voreinstellung von 2°. Daraus ergibt sich der obige Winkel von nur 2°.
Wenn dann die Blätter auch nur geringe Unterschiede aufweisen, kommt es wohl zu dem beobachteten Verhalten.

Ich werde mir also demnächst mal die Pitchlehre vom Bauplan nachbauen ... Die geht nämlich von 4° Winkel zwischen der Grundlinie des Blatts und der Paddelstange aus.

7.12.2013
Leider macht mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Mit Testflügen wird es vorerst nichts.
Also habe ich die Cobra heute mal auf die Waage gestellt.Das Ergebnis ist in Ordnung : 4830g.

20.12.2013
Tobias Gräf hat mich auf einen Fehler aufmerksam gemacht, der zu den merkwürdigen Spurlauf-Effekten führt. Der Rotorkopf mit Schlaggelenken muss anders ausgewogen werden als der feste Hauptrotorkopf. Das steht so auch in der Anleitung für die D-S 22, nicht aber in der von mir verwendeten Cobra-Anleitung. Leider war das Gespräch direkt vor der Abfahrt in den Urlaub. Da habe ich weder die Cobra noch die erwähnte Anleitung parat. Deswegen dauert es noch ein bisschen, bis dazu Ergebnisse vorliegen.

23.12.2013
Nach ein paar Gesprächen und Diskussionen, warum ich ein Zwischengetriebe eingebaut habe statt den Motor direkt oder über die Kupplung mit dem Getriebe zu koppeln, gibt es hier Aufklärung :
Sebastians Argumente erschienen mir einleuchtend :

14.2.2014
Nach den Angaben von Tobias Gräf und der Einstellanweisung der D-S 22 habe ich den Schlaggelenkkopf neu vermessen.
Die Blätter sind am Kopf montiert und mit Zahnstochern genau in einer Linie fixiert. Der Kopf wird auf der Paddelstange so gelagert, daß er frei pendeln kann. Jetzt sollen die Blätter und der Kopf genau waagerecht sein. Bei meinem Exemplar war ein Streifen Isolierband zuviel verklebt.
Zudem habe ich noch den Blattanstellwinkel überprüft, er ist aber bei beiden Blättern vier Grad.
Mit dieser Einstellung geht es heute, weil endlich mal kein Regen UND kein Wind angesagt ist, auf den Flugplatz. Alles zusammenschrauben, Akku rein und Laufen lassen. Sofort mekre ich, daß Hubkraft da ist. Aber das markierte Blatt läuft immer noch deutlich zu tief. Zwei Mal habe ich die Einstellung noch nachgebogen, dann sind die ersten "Hüpfer" - ohne Spurlaufproblem - möglich. Leider kommt jetzt böiger kalter Seitenwind auf. Mir reichts für heute. Aber der erste Schritt ist gemacht. Der Rest folgt bei angenehmerem Wetter (und Zeit).

18.2.2014
Heute ist schönes Wetter - angenehme Temperartur, kein Wind. Also fahre ich nochmal auf den Flugplatz, ich will endlich wissen, ob die Cobra fliegt.
Es geht ganz gut los, die Drehzahl kann ich leider nicht messen, aber die Maschine wird leicht und hebt wohl einen Zentimeter ab. Sie ist noch etwas nasenlastig und läuft mir davon, aber beherrschbar. Sobald ich mehr Stoff gebe, scheint das markierte Blatt wieder nach unten zu laufen. Ohne Helfer ist es mir zu riskant, soweit in die Knie zu gehen, daß ich das genau sehen kann. Aber es ist eigentlich auch zu hören, daß etwas nicht recht stimmt. Auch der Rotorkreis wirkt optisch dicker. Nach zwei weiteren Versuchen mache ich Schluss - so wird das nichts.
Die Ergebnisse machen Mut - die Richtung ist wohl schon richtig. Am Wochenende, wenn auch die Kollegen da sind, gehts weiter.

23.2.2014
Sonnig, windstill, warm - mit einem Fliegerkollegen geht es auf den Flugplatz.
Beim ersten Versuch passt der Spurlauf immer noch nicht. Ich glaube langsam, ich kann nicht mehr messen. Das markierte Blatt läuft weiter ca. fünf Zentimeter tiefer als das andere. Jetzt wenden wir brutale Gewalt an - zu zweit biegen wir die Blechstreifen nochmal kräftig hoch. Und das andere Blatt ein klein wenig. Nachmessen, diesmal mit ganz hochgeklappten Blättern - es stimmt alles (mal wieder).
Nächster Test - holla, die Cobra kommt in die Höhe! Der Spurlauf stimmt auch nach dem Abheben, aber der Drehmomentausgleich am Heck muss noch nachgetrimmt werden. Dann kippt es mir die Kiste fast unhaltbar nach rechts. Es geht etwas unsanft zu Boden, aber sonst ist nichts passiert. Trimmung für Roll auch ganz nach links - jetzt geht es scheinbar besser.
Wir checken die Servos und die Steuerewege am Kopf. Das Heckservo geht recht langsam. Daran wird es wohl liegen, daß das Heck nicht so recht in den Griff zu kriegen ist. Und Roll hat am Kopf deutlich mehr Ausschlag nach rechts als nach links. Das korrigiere ich noch auf dem Flugplatz. Aber irgendwie fehlt mir jetzt das Vertrauen in die Steuerung, den Ladezustand von Empfänger- und Senderakku, und meine Ruhe. Ich lasse es für heute gut sein.

2.3.2014
In der letzen Woche habe ich die Einstellungen der Rotorsteuerung nach der Anleitung der D-S 22 korrigiert. Schliesslich habe ich ja einen solchen Kopf montiert. Die Taumelscheibe waagerecht, 7° gegen den Uhrzeigersinn aus der Mitte verdreht. Mit den Gestängelängen versuchte ich noch eine etwas bessere Mittelstellung des Rollservos zu erreichen, da war aber kaum noch was zu machen.
Heute ist wieder ideales Wetter, Sender- und Empfängerakku sind frisch geladen, also bin ich raus auf den Flugplatz. Rotorblätter montiert, noch eine Runde Fots geschossen und dann gehts aufs Flugfeld.
Beim Abheben kippt die Cobra nach links - vielleicht habe ich es doch etwas mit der Rollverstellung übertrieben? Es lässt sich aber gegensteuern. Sobald die Maschine schwebt, passt alles. Der Heckrotor zeigt genügend Wirkung, Nick und Roll ebenso. Die Cobra lässt sich erstaunlich leicht in einem Bereich von drei, vier Metern halten. Aus dem Bodeneffekt traue ich mich allerdings noch nicht heraus. Immerhin habe ich seit zehn Jahren keinen Hubschrauber mehr gesteuert (von ein paar Flügen mit einer Micro-Cobra abgesehen).
Nach dem ersten Akku (ca. 6 Minuten Schweben) reicht es mir. Die Hände zittern und die Koordination ist nicht mehr sicher. Ich will die Cobra ja heile nach Hause bringen.
Eines ist mir aber heute klar geworden : für soclhe Schwebeflüge ist die Lackierung in oliv denkbar ungünstig. Über dem winterlichen Rasen ist der Kontrast "saumässig".

In den Flugakku lade ich 1,9 Ah. Das entspricht einer durchschnittlichen Stromaufnahme von 19 A und damit nur rund der Hälfte des berechten Wertes. Wie sich das außerhalb des Bodeneffektes darstellt, werde ich bei den nächsten Flügen feststellen.

9.3.2014
Heute ist es warm, aber Windstärke 1 (2 m/s sagt der Wetterdienst). Die Rotoreinstellung funktionert. Ich bin mit dem Hauptrotor mehrfach bis in Augenhöhe geschwebt, so konnte ich selber den Spurlauf sehen. Er ist so knapp, daß die Differenz im Anstellwinkel der Blätter und des Rotors untergeht.
Was gibts sonst noch? Die Leistung ist auch außerhalb des Bodeneffekts gut genug zum Schweben. Bei mehr Wind musste ich mit der Drehzahl teilweise recht deutlich zurück. Dann reagiert die zyklische Steuerung schon leicht schwammig, aber immer beherrschbar. Man muß halt "reinlangen". Das Heck ist größtenteils unkritsch. Nur seitwärts schweben mag die Cobra nicht wirklich, da geht der Gierknüppel schon mal kurz bis fast zum Anschlag. Dabei muss man wieder Gas geben und das dann schnellstens am Heck korrigieren. Naja, Drehzahlsteuerung, kein Kreisel, Windfahnenrumpf und Größe spielen einem da so manchen Streich. Man kann sich aber dran gewöhnen.
Zweimal sieben Minuten Schweben waren heute drin. Beim ersten Akku hab ich freiwillig Schluss gemacht, um ihn nicht übermäßig zu belasten. Motor und Akku waren nicht mal handwarm. Beim zweiten Akku hat wohl der Regler zugemacht. Er war spürbar mehr als handwarm. Hier ist mal nachmessen und evtl. bessere Kühlung angesagt. Beide Akkus habe ich mit 2330 mAh nachgeladen, daraus ergibt sich ein durchscnittlicher Strom von ca. 20 A.

Sebastian hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß ich nichts zur Herkunft der Hauptrotorblätter geschrieben habe.
Das sind die Blätter von Achim Krüger ( www.holzblaetter.de), die eigentlich für die andere Cobra vorgesehen waren. An originale Blätter habe ich mich noch nicht herangetraut.

2.4.2014
Mittlerweile habe ich schon mehrere Flüge mit der Cobra absolviert. Alles ist, auch bei böigem Wind, gut gegangen. Heute hat sich ein Kollege die Zeit genommen, ein Video zu machen. Und genau bei dem Flug ist es paasiert. Nach kurzer Flugzeit laufen plötzlich die Rotorblätter auseinander. Man hätte einen Arm zwischen die Spuren halten können! Ich habe keine Ahnung, was da wieder los war. Der vorige Flug am gleichen Nachmittag verlief ohne Probleme.

Zu Hause habe ich dann die Einstellung der Rotorblätter nachgemessen - nichts ungewöhnliches festzustellen. Von den Schrauben durch die Blätter ließen sich jeweils eine pro Blatt um ca. eine viertel Umdrehung anziehen. Beim Verwinden der Blätter ist mir auch nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Möglicherweise ist das Ganze passiert, weil die Maschine eine Stunde in der prallen Sonne gestanden hat - aber bei weissen Blättern?
Ich habe dann mal die Blätter von der roten Cobra montiert. Die scheinen optisch und technisch in Ordnung zu sein. Nur den Anstellwinkel musste ich leicht nachjustieren - die alten Blatthalter waren schon etwas ins Holz gedrückt.
Wenn das nichts hilft, sind als nächstes die Blatthalter dran. Vielleicht ist da ein nachgemachter dabei, der etwas weicher ist.

20.3.2016
Beim Aufräumen ist mir mal wieder eine alte "Hubschrauberbibel" von Dieter Schlüter in die Hände gefallen. Das habe ich dann für ausführliche Studien über das Einstellen des Rotorkopfes genutzt. Resultat : zuerst muss mal die originale Einstell-Lehre her. Ein halbe Stunde später wusste ich, daß ich bei dem ganzen Material aus 15 Jahren Sammeln nicht ein einziges Exemplar davon habe. Ausmessen und Fräsdaten erstellen war das Nächste - leider aber ist meine Fräse zu klein. Schließlich wurde es eine Laubsägearbeit - manchmal sind Fähigkeiten aus Kindertagen doch noch nützlich ...

Zudem liest sich die Ausführung von Dieter Schlüter so, als dürften die Blätter nicht schwenken, weil sonst der Druckpunkt nicht mehr an der richtigen Stelle liegt und sich das Blatt verwinden könnte. Vielleicht war das mein Problem, wenn die Blatthalteschrauben nicht richtig angezogen waren.

Letztendlich habe ich die Blätter ordentlich montiert, darauf geachtet, daß sie genau in Flucht liegen und die Schrauben dann richtig festgezogen. Mit der neuen Lehre stellte ich die Blätter auf genau 4° ein, und zwar Blattunterkante zu Paddelstange. Das ging mit der Lehre für symmetrische Blätter einfach nicht richtig.

Heute fand das das Probeschweben statt - trotz ungemütlichen Wetters. Die lange Auszeit hat sich doch deutlich bemerkbar gemacht, es fehlte erstmal an der Traute. Aber nach ein paar Hüpfern gings dann wieder.

An den Blättern war nichts Auffälliges zu beobachten. Nach ein paar Minuten wars mir dann einfach zu ungemütlich - weitere Versuche folgen bei angenehmerem Wetter.

24.9.2016
Gestern habe ich alles vorbereitet, heute passt das Wetter - schön warm und kein Wind. Also raus auf den Flugplatz und der erste Flug kann beginnen. Erstmal kommt nach der langen Pause das große Zittern, aber dann geht es doch ganz gut. Der Spurlauf stimmt und bleibt auch so. Nach ca. sieben Minuten lässt dann die Drehzahl nach, der Akku ist durch. Beim zweiten Flug lässt die Drehzahl schon nach vier Minuten nach, Akku und Regler sind heiß. Da mir zudem langsam "die Muffe geht", lasse ich es für heute gut sein.
Ich vermute mal, daß die Temperatur im Rumpf bei der prallen Sonne und angenehm warmen 25°C Lufttemperatur einfach zuviel für Akku und Regler sind. Es gibt ja in der Cobra keine Fahrtwindkühlung.
Der Lüfter für die Reglerkühlung liegt schon einige Monate herum, also beschließe ich, diesen Umbau gleich anzugehen.
Die Lüfterdaten :
- Durchmesser 40mm
- Spannung 5V
- Strom 180 mA

Der Ausbau des Antriebs gestaltet sich (theoretisch) recht einfach :
Rotorwelle vom Getriebe abschrauben und aus dem Rumpf ziehen
Zwei Madenschrauben aus der Kupplungsbuchse drehen und die flexible Welle herausziehen (ok, die Welle saß mit der Schraubensicherung fest, da mussten zwei Zangen helfen)
Reglerstecker aus dem Empfänger ziehen
Acht Muttern unter dem Chassis abschrauben und den Rumpf abheben
Nach dem Entfernen des Kabelbinders ist klar : der Regler ist heiß geworden. Am Kühlkörper sind im Schrumpfschlauch zwei Löcher zu sehen, wo der Kabelbinder auflag. Ich habe den Schrumpfschlauch vorsichtig entfernt. Dann wird der Lüfter (aus technischen Gründen leicht schräg, das stört aber nur die Optik) mit zwei Schrauben M2,5 im Kühlkörper befestigt (wie im PC üblich). Die Stromversorgung kommt von BEC des Reglers, die Kabel sind direkt angelötet.

25.9.2016
Heute habe ich die Cobra wieder zusammengebaut. Der Lüfter funktioniert, er bläst zwar nicht viel, aber doch merklich Luft durch den Kühlkörper des Reglers. Hier sollten also keine Probleme mehr auftreten.
Bei gleichem Wetter wie gestern fliege ich wieder zwei Akkus leer, leider auch mit dem gleichen Ergebnis wie gestern. Aus dem Rumpf der Cobra steigt selbst nach der Heimfahrt noch merklich Hitze auf - die Akkus habe also ein Kühlproblem. Zunächst werde ich mal ohne Kabinenhaube fliegen, aber für die Zukunft muss eine gescheite Lösung her.

22.7.2018
Ich habe seit zwei Jahren neue Akkus hier liegen. Jetzt fand ich endlich Zeit und Muße, sie mit den passenden 4mm-Goldsteckern zu versehen und aufzuladen. Dem Fliegen sollte also nichts mehr im Wege stehen.

29.7.2018
Eigentlich wollte ich ja dieses Wochenende mal wieder fliegen gehen, aber daraus wurde nichts. Beim Laden des Empfängerakkus kam eine Kapazität von 5% zustande. Auch nach mehrmaligen Formieren erreichte der Akku nur noch 8% Kapazität, bei 1/10 C Belastung. Der ist also Müll.
Heute bestellte ich daher vier neue Zellen, die sollen Mitte der Woche hier eintreffen.

5.8.2018
Die neuen Empfängerakkus sind untereinander verlötet, am Schalter angelötet und eingeschrumpft.
Mit dem ausgebauten Schalterbrett war die Arbeit viel einfacher, als die Sache im Rumpf zurechzufummeln. Außerdem braucht es so zum Laden weniger Platz als mit der kompletten Cobra.

28.10.2019
Die großen Akkus mit 4500 mAh sind deutlich schwerer als die alten mit 3300 mAh. Um den Schwerpunkt der Cobra kurz vor die Rotorwelle zu bekommen, hätte ich sie soweit nach hinten legen müssen, daß sie gerade noch unter dem Kabelbinder gesteckt hätten. Das ist mir zum Fliegen aber doch deutlich zu unsicher.
Also ist der Empfängerakku unter die Akkuhalteplatte gekommen. Den ursprünglichen Plan, ihn an Stelle des Tanks in den Rumpf zu legen, habe ich schnell wieder aufgegeben. Der Rumpf hat dort keine Öffnungen, weswegen ich den Akku nur lose hineinfrickeln konnte. Er ist auch prompt beim Transport nach hinten verrutscht. Zudem war der Schwerpunkt auch zu weit hinten.

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Jetzt passt der Flugakku bei korrekter Schwerpunktlage genau mittig auf das Akkubrett. Die schwarzen Pads sind Neoprenstücke, die ein Verrutschen des Flugakkus auf den Kabelbindern des Empfängerakkus verhindern.

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16.1.2020
Ich habe mich entschlossen, den Empfänger-Akku nicht mehr zu verwenden und statt dessen auf das BEC des Reglers zu vertrauen. Der Ausbau ging recht schnell vonstatten. Damit hat sich auch das Gewicht der Cobra von 4995 g auf 4745 g reduziert, was bei der 5 kg-Grenze auf meinem Urlaubsflugplatz ja nicht schaden kann.

25.1.2020
Heute waren endlich Wind (keiner), Temperatur (knapp 6°C), Sonne, Körper und Geist in guter Verfassung. Also habe ich zwei Schwebeflug-Sessions durchgeführt, je ca. 9 Minuten. Die erste ging bis der Akku schlapp gemacht hat (jetzt weiß ich, daß eine Zelle matschig war). Die zweite habe ich dann wegen Konzentrationsmangel beendet. Aber alles in allem eine gute Sache.

26.1.2020
Gleiches Wetter wie gestern, nur noch 3°C kälter. Ich habe wieder zwei Schwebeflüge gemacht, 8 Minuten und 11 Minuten. Der zweite Flug war immer außerhalb des Bodeneffektes, ohne Absetzen. So langsam bekomme ich ein Gefühl für die Cobra. Die große Unruhe beim Schweben liegt nicht nur am Piloten. Da spielt auch der Elektroantrieb eine Rolle. Die Reaktion auf "Gaswechsel" erfolgt praktisch sofort, beim Verbrennerantrieb ist sie deutlich weicher. Die gesamte Steuerung der Cobra reagiert aber wie Anfang der 1970er eher etwas träge. Ich muss mal die Anleitung des Motorreglers durchlesen, ob da noch was zu machen ist in Bezug auf weichere Reaktionen.
Nach dem Wiederaufladen des Akkus vom zweiten Flug steht der Durchschnittsstromverbrauch fest: ganz knapp unter 20 A.

29.1.2020
Gestern habe ich das Balancieren des "matschigen" Akkus abgeschlossen. Die erste Zelle hatte rund 300 mV weniger als alle anderen. Mit der "Balancer"-Funktion des Ladegerätes ließ sich das wieder korrigieren, auch wenn's lange gedauert hat. Passiert ist das Malheur durch einen Kurzschluß über den Balancer-Anschluß. Man muß schon ziemlich geschickt sein, um das hinzukriegen, aber es geht - und erzeugt schöne Rauchwölkchen ;-)

30.1.2020
Eigentlich wollte ich nur kurz nachsehen, ob Dreck ins Zwischengetriebe gekommen ist. Denn beim letzten Schweben hörte sich die Cobra etwas anders an als vorher.
Ergebnis: Das weiße Zahnrad, die untere Kante des Getriebes und die Chassis-Unterseite waren leicht ölig. Nicht viel, aber an den Fingern sofort zu sehen.
Also - Rotorwelle raus, Heckwelle gelöst und das Chassis samt Antrieb und Kufengestell demontiert. Merkwürdigerweise war auch das untere Ende der Hauptrotorwelle ölig.
Ich habe dann das Getriebe von allen Seiten begutachtet. Außer dem leichten Ölfilm war nichts zu entdecken. Kein Riß, keine Öltropfen, nichts auf den Lagern. Die Zahnräder liefen leichtgängig. Zwei der Schrauben waren nicht wirklich fest, aber die waren oberhalb des Ölpegels und trocken.
Schließlich entschoss ich mich, das alte Öl abzulassen und neues Öl einzufüllen. Um das Öl ein bisschen flüssiger zu bekommen, erwärmte ich das Getriebe auf ca. 45 °C (mit einem Laserthermometer gemessen, man kann das noch gut anfassen). Die Belüftungsöffnung war ein bisschen verklebt, aber noch durchgängig. Was dabei herausgekommen ist, sind schäzungsweise knapp 3 cm³, nicht die zu erwartenden 7 cm³ oder etwas weniger. Stellt sich mir die Frage: "Wo ist der Rest geblieben?" Denn ölig war das Getriebe vorher nie! Leider hab ich nicht dokumentiert, wieviel Öl ich anfangs eingefüllt hatte.

31.1.2020
Beim Zusammenbau des Antriebsstrangs gab es gleich zwei Probleme.
Zuerst ließ sich das Zahnflankenspiel des Zwischengetriebes nicht mehr richtig einstellen. Also kurz den Motor gelöst und etwas nach oben gedrückt - dachte ich. Nach dem Festschrauben lies sich der Motor gar nicht mehr drehen.
Also raus mit der Motorhalteplatte und die Schrauben noch mal gelöst. Diesmal habe ich die vorhandenen Langlöcher richtig genutzt und die Schrauben passend wieder angezogen. Auch jetzt lies sich der Motor nicht mehr drehen. War wohl nicht das Zusammenspiel der Zahnräder.
Schließlich hat genaues Hingucken geholfen. Die Beilagscheiben unter den Motorhalteschrauben waren schlicht ein kleines bisschen zu groß und blockieren nach dem Anziehen der Schrauben das Ritzel!
Beim erneuten Einbau der Motorhalteplatte war das Zahnflankenspiel immer noch zu knapp. Daher habe ich mit zwei Unterlegscheiben die Motorhalteplatte etwas nach links verschoben. Somit ist das Spiel minimal größer geworden und alles wieder schön leichtgängig.

15.2.2020
Nach mittlerweile vier weiteren Schwebeflügen ist klar: die Cobra trielt. Das Getriebe ist an der Unterkante, aber nur von vorne, nass von Öl. Der Verdacht liegt nahe, daß das vordere Lager der Kupplungswelle nicht mehr dicht ist. Ich hatte die Lager beim Erneuern des Getriebegehäuses nicht getauscht - das rächt sich jetzt.
Neue Lager liegen bereit, es muß halt nur noch jemand machen ;-)

8.3.2020
Heute morgen war zunächst kein Wind, also lud ich die Akkus nach und packte alles Nötige ins Auto. Trotz nur 8°C wollte ich ein bisschen Schweben, um endlich Übung zu bekommen. Aber schon beim Losfahren wurde es windiger. Egal, dachte ich mir, ich probiers.
7 Minuten bei böigen Wind mit ca. 3 Bft habe ich schließlich geschafft, dann war die Konzentration zum Teufel und die Nerven lagen blank. Es war einfach zu kalt und zu böig.
War die Cobra in der Luft, ging es einigermaßen. Nur wenn das Drehmoment das Heck wegdreht, schiebt der Wind die ganze Maschine seitlich weg. Roll dagegen, mehr Power nötig, Heck dreht weg - das schaukelt sich u.U. auf.
Bei Start und Landung setzt die Cobra ab und zu mit dem Heck auf, wenn die Drehzahl niedriger ist als zum Steuern nötig. Für den Wind reicht das nämlich schon, um sie zu kippen. Dagegen hilft nur ein Sprungstart oder eine Plumpslandung. Dieses Exmplar hat kein Spornrad oder sowas, deswegen konnte sich zum Glück nichts in der Wiese verhaken.
Ein zweiter Schwebeflug am Nachmittag endete fast im Desaster. Eine Winböe hat die Cobra erst zur Seite gedreht und dann fast umgekippt. Also beschloss ich: es reicht!

13.3.2020
Gestern zerlegte ich das Getriebe. Öl war eigentlich genug darin, aber ich wollte endlich wissen, woher die nassen Stellen kommen. Offensichtliche Undichtigkeiten konnte ich nicht erkennen. Ich habe es aber wohl mit dem Kleber etwas übertrieben. Eine der Gummi-Dichtscheiben war am Gehäuse verklebt, und auf mehreren Lagern fand sich Kleber, wo er nicht hätte sein sollen. Nicht viel - aber trotzdem nicht gut.
Zur Sicherheit habe ich die Lager der Kupplungswelle und am Heckabtrieb erneuert. Das Hauptrotorwellenlager bekam ich nicht demontiert. Es bleibt also erstmal drin.

Weil ich in der Nacht keine Nerven mehr hatte, das Getriebe neu zu verkleben, entschied ich mich, das schon vorbereitete Getriebe der roten Cobra als Ersatz zu nehmen. Nach der Kontrolle aller Schrauben füllte ich es mit 7 cm³ Getriebeöl und baute es auf das Chassis. Hierbei stellte sich das Zahnflankenspiel im Zwischengetriebe als nicht vorhanden heraus. Verschieben des Motors auf seiner Halteplatte brachte genau gar nichts. Ich schob schließlich die gesamte Motorhalteplatte nach oben, dadurch entstand dann etwas Spiel.
Ein kurzer Probelauf ohne Rumpf brachte ein lautes, aber zufriedenstellendes Ergebnis. Ich konnte keinen Ölaustritt feststellen..
Auch nach dem Einbau des Chassis in den Rumpf ist das Zahnflankenspiil noch fühlbar. Bei manchen Cobras verzieht sich das Chassis beim Festschrauben, deswegen hier nochmals die Kontrolle.

14.3.2020
Die Schwebeflüge mit der Cobra waren ganz erfolgreich, allerdings verschwindet sie oftmals aufgrund ihrer Tarnfarbe vor den noch nicht belaubten Büschen und Bäumen. Das macht gerade in Bodennähe die Lageerkennung nicht einfach.

2.6.2020
Es geht auch mit dieser Cobra mal wieder weiter. Ich habe inzwischen die Rohlinge für den Motorhalter ausgesägt.
Aufgrund der unangenehmen Erfahrungen mit dem Schweben einer Maschine in Tarnfarbe soll die Cobra Gelb werden. Da heißt zunächst: alles raus, was beim Lackierten im Weg sein könnte.

Der Rumpf wird dann mit Scheibenreinigungsschaum gesäubert. Die Lackierung mit dem noch vorhandenen Lack der Kalt-Cobra sieht schon mal ganz gut aus. Sie dient auch dazu, die Löcher im Rumpf besser zu finden. Die schließe ich wie üblich mit Glasmatten und Laminierharz.

6.6.2020
Leider hat sich herausgestellt, daß der Lack, wohl durch falsches Verdünnen, auch nach drei Tagen nicht richtig getrocknet ist. Seinen Zweck, die Löcher sichtbar zu machen, hat er aber erfüllt. Diese sind bis auf zwei, an die ich von innen nicht herankomme, geschlossen.

So entschließe ich mich, den Rumpf komplett neu zu lackieren. Also kommen auch noch die Servos raus, die beim Streichen nicht gestört hatten. Dann entferne ich die Aufkleber mit einem Stechbeitel, denn sie sind sehr wirderstandsfähig gegen Schleifpapier.
Der Versuch, den neuen und den darunter liegenden alten Lack mit der Hand abzuschleifen, gebe ich ganz schnell wieder auf. Der bewährte Schwingschleifer mit 60er Papier schafft das viel schneller. Die Staubberge sind dabei das kleinere Problem. Der Lärm durch den dröhnenden Rumpf ist allerdings gewaltig. Zum Glück bauen die Nachbarn gerade eine neue Küche, sie machen genauso viel Lärm.
Während einer Arbeitspause klingelt der Postbote: die neuen Rotorblätter von Achim sind da!

Nachdem der gelbe Lack wieder herunter ist, stelle ich fest, daß unter der Tarnfarbe noch eine weiße Grundierung ist. Da ich sowiso neu grundieren will, schleife ich auch noch die Tarnfarbe und einen guten Teil der alten Grundierung ab. Für einige komplexe Stellen wie die Hohlkehle zwischen Turbinengehäuse und Heckausleger benutze ich statt des normalen Schwingschleifers eine kleine Ausführung. Danach bleiben nur noch die Lufteinlässe der Turbine und ein paar Stellen des Kabinenrahmens für reine Handarbeit übrig.

Mit einem feuchten Lappen befreie ich der Rumpf noch vom Staub, dann gehts erstmal ans Aufräumen des eingestaubten Balkons.
Als der Rumpf wieder trocken ist, glätte ich alle Unebenheiten von alten Reparaturen und Umbauten und den geschlossenen Löchern mit 2K-Spachtel.

10.6.2020
Nachdem der Spachtel ausgehärtet ist, schleife ich alle Stellen bündig zum Rest des Rumpfes, hoffe ich jedenfalls.

Anschließend grundiere ich den Rumpf mit dem Pinsel. So wirkt die Grundierung auch ein wenig wie Füllspachtel.

Nach dem Streichen fallen mir noch ein paar unebene Stellen auf, die im Weiß einfach besser zu sehen sind. Diese arbeite ich nochmal mit Spachtel nach.

Dann heißt es: schleifen, schleifen und noch mehr schleifen. Diesmal mit 120er Papier und nur mit der Hand.
Das Ergebnis ist recht glatt und sieht auch ganz gut aus. Wie gut, werde ich nach dem Lackieren sehen.

Jetzt ist es Nacht, mir tun Rücken, Arme und Hände weh - ich mache morgen weiter.

10.6.2020
Zwei Tage später richte ich einen leeren Kellerraum als "Lackierkabine" her. Die eingeklebten Chassisschrauben und die Domlagerplatte klebe ich ab, die Öffnungen unter der Kabine und im Boden fülle ich locker mit alten Zeitungen. Dann gehts ans Lackieren.
Die erste Schicht ist Weiß seidenmatt.

Die endgültige Farbe ist Geld seidenmatt. Leider ist das aufgrund der schlechten Beleuchtung etwas fleckig geworden. Ist aber "kein Beinbruch", das werde ich bei Tageslicht nacharbeiten.

13.6.2020
Der Rumpf ist inzwischen nachlackiert und weitestgehend fleckenfrei. Ein paar Stellen habe ich mir gespart, weil er dort ohnehin noch in Blau ergänzt wird.

Eigentlich wollte ich die Kabine der Cobra weiter verwenden - nur umlackieren und mit neuer Verglasung versehen. Nachdem ich die Verglasung abgenommen habe, scheint der Aufwand aber nicht geringer als ein kompletter Neubau. Das stelle ich also erstmal zurück.

12.6.2020
Das Kufengestell dieser Cobra ist in hervorragendem Originalzustand. Die Laschen für die Kufenbefestigung sind noch Originalteile, nicht wie so oft ausgeleierte Bänder aus Aluminium. Das Ganze erscheint mir also zu schade, um es zu lackíeren. Also muss ein neues Gestell her.
Auf dem Speicher liegt noch das Kufengestell der zweiten weißen D-S 22.. Die Kufen sind top, aber es ist nur ein Bügel vorhanden.
Im Gespräch mit meinem Nachbarn hat der eine zündende Idee. Das Aluprofil 20 mm * 5 mm liegt doch immer noch herum, also biegen wir neue Bügel. Aber nicht kalt in einer Biegemaschine, sondern warm. Als Muster dient der alte Bügel. Ich habe ja meine Zweifel, aber ein Versuch kann nicht schaden.
Das eine Ende der Profils kommt in den Schraubstock, dann bleibt ein langer Hebel übrig. Mit einem Gasbrenner werden die zu biegenden Stellen vorsichtig warm gemacht. Gleichzeitig gibt man Kraft auf den Hebel. Man merkt sofort, wenn das Alu weich wird. Dann muss der Brenner sofort weg vom Alu und man biegt das Profil in die gewünschte Stellung. Das Gefühl für die richtige Heizdauer und Biegekraft bekommt man ganz schnell.
Die ersten beiden Expemplare entsprechen nicht ganz genau dem Original. Da aber beide an dasselbe Modell kommen, fällt es nicht weiter auf.

Die Bügel bekommen ihre Bohrungen und dann geht es an die Befestigungslaschen. Damit habe ich ja von der Kalt-Cobra schon Übung. Zunächst baue ich dann alles testweise locker zusammen, auch um meinem Nachbarn zu zeigen, daß sich seine Arbeit gelohnt hat.

Dann entfette ich alle Teile und baue das Gestell maßgetreu fest zusammen. Die letzte Arbeit ist erstmal das Steichen mit Aluhaftgrund.

13.6.2020
Der Anstrich ist über Nacht durchgetrocknet. Meine Wunschfarbe (Enzian-Blau seidenmatt) habe ich auch gefunden, sie kommt dem Vorbild ausreichend nahe. Daher spritze ich die erste Schicht und lasse sie antrocknen. Nach ein paar Stunden kann ich das Ergebnis begutachten. Leider fehlen auf der Unterseite ein paar Stellen - aufwärts sprühen geht mit der Dose halt sehr schlecht. Der Lack ist aber schon grifftrocken. Deswegen lege ich das Gestell kurzerhand über Kopf auf die Abdeckfolie und sprühe die fehlenden Stellen nach. Dann kommt es wieder an den Haken und darf durchtrocknen.
Zwischendurch mache ich noch schnell ein paar Fotos vom gelben Rumpf auf dem blauen Gestell - das Bild will ich unbedingt sofort sehen.

15.6.2020
Nach vielem Sägen, Bohren, Feilen und Gewindeschneiden habe ich die Teile für den neuen Elektroumbausatz fertig. Nur die Löcher für den Motor fehlen noch.

19.6.2020
Dieses Mal nehme ich die Anordnung der Montagelöcher für den Motor am zusammengebauten Halter ab. Damit stelle ich sicher, daß die Zahnräder korrekt ineinander kämmen.
Zuerst wollte ich das Loch für das Ritzel mit passenden Bohrern immer weiter vergrößern. Da ich das Blech aber nicht richtig fest spannen kann, kommt es zu heftigen Vibrationen. Also lasse ich das und nehme stattdessen einen Stufenbohrer.
Die Haltelöcher bohre ich rechts mit 3 mm, links mit 4 mm und oben und unten mit 3,5 mm Durchmesser. Damit habe ich die Möglichkeit, den Motor noch leicht nach oben oder unten zu verschieben, um das Zahnflankenspiel zu justieren.
Als nächstes säubere ich die Chassisbleche und schleife dann alle Teile mit 400er und 600er Papier.
Dann kann ich endlich alle Bleche mit Motor und Getriebe vereinen und noch das Zahnflankenspiel prüfen.

Den Drehzahlregler befreie ich vom Schrumpfschlauch und setze einen Minilüfter auf den Kühlkörper. Strom bekommt der Lüfter direkt vom BEC-Anschluss auf der Platine. Auf einem Stück Sperrholz aus der Restekiste findet der Drehzahlregler seinen Platz.

20.6.2020
Heute habe ich den Heckrotor wieder eingebaut und mal ein Foto mit den Piloten geschossen.

Dieser Hauptrotor war ursprünglich montiert, inklusive der aus zwei Drähten mittels Lüsterklemme gebauten Steuerstange.
Ich reinige alle Teile und ersetze die Wippe durch ein Exemplar mit eckigen Schlagelenken. Ein neues Steuergestänge gibts auch noch.
21.6.2020
Die Hauptrotorblätter von Achim (www.holzblaetter.de) kürze ich auf die Hegi-Länge von 75 cm. Dann beklebe ich sie mit schwarzer Bügelfolie. Das dauert zwar etwas länger als mit normaler Klebefolie, bringt aber nach dem Föhnen eine schön glatte Oberfläche und ist sehr leicht. Außerdem liegen noch "raue Mengen" dieser Folie von einem anderen, unvollendeten Projekt herum.

25.6.2020
Heute stelle ich den Pitch ein. Diesmal lege ich einen Pappestreifen zwischen die Blatthaltebleche und die Wasserpumpenzange. Das verhindert weitgehend die hässlichen Zangenabdrücke auf den Blechen.
Dann kommen die Blätter wieder herunter und an ihren Aufbewahrungsort an der Wand.

Da sich der Kühlköper des Motorreglers aus der Verklebung gelöst hat, will ich ihn anders befestigen. Und auch, weil am Rumpf noch ein paar andere Sachen zu machen sind, montiere ich den Rumpf wieder vom Antrieb.
Vorher wird noch kurz gewogen, was jetzt schon da ist: die Cobra ohne Kabinenhaube, aber mit Akku, wiegt ziemlich exakt 4,5 kg.

Den besagten Kühlkörper befestige ich mit Kabelbindern auf der oberen Platine des Reglers. Der Lüfter braucht jetzt nur noch etwas längere Schrauben, dann hält alles "bombenfest" zusammen.
Wo ich schon den Antrieb nackt von der Nase habe, fülle ich auch gleich 7 cm³ Öl (Mehrzweck-Getriebeöl SAE 90) in das Getriebe. Jetzt reizt es mich zu messen, wieviel Strom der Antrieb alleine zieht. Also Empfänger angeschlossen, Zangenamperemeter um die Akkuleitung und ein Voltmeter an den Akku. Los gehts!
Die Leerlaufspannung liegt bei 22,4 V.
Bei Vollgas bricht die Akkuspannung auf 20,5 V ein. Anfangs fließt ein Strom von 6,1 A. Nach ein paar Minuten Vollgas ist er auf 4,9 A gesunken und bleibt da. Ich denke, das Zwischengetriebe ist jetzt eingelaufen und im Hauptgetriebe hat sich das Öl gründlich verteilt.
Außer dem Motor wird dabei nichts merklich warm.

Schlie├člich bringt der nette Postzusteller heute auch noch die neuen zivilen Piloten.

26.6.2020
Da ich kein 5 mm Balsabrett auf Lager habe, klebe ich mir aus anderen Brettern 5 mm Balsa-Sperrholz. Das brauche ich für die Spanten der Kabine.
Nach dem Abkleben der Rumpfkanten zeichne ich die Umrisse der Spanten auf das Balsa und säge diese mit etwas Zugabe aus. Dann kommt das Anpassen an die Rumpfkontur. Diese Cobra hat die Dübel für die hintere Kabinenbefestigung im Rumpf statt im Kabinenspant. Deswegen brauche ich die Löcher VOR dem Schleifen der Kontur.
Als die Spanten grob fertig sind, baue ich mir den Kabinenboden aus 2 mm Balsaholz. Die Rumpfbreite beträgt im Kabinenbereich zwischen 11 cm und 12 cm, weshalb ich den Boden aus vier Stücken zusammensetzen muss. Während die Verleimung trocknet, schneide ich die beiden Leisten für den Kabinenrahmen aus 10 mm dickem Balsa und passe sie grob der Rumpfkontur an.
Jetzt kommt die Feinarbeit. Auf den Rumpfboden klebe ich die Rahmenleisten, so daß sie vorne und hinten innen mit dem GfK des Rumpfes bündig abschließen. Dann säge ich die Ecken für die Leisten aus den Spanten aus und passe diese dem Boden, den Leisten und dem Rumpf an. Das Ganze verklebe ich wieder mit Weißleim. Den Abschluß bildet das Anfertigen der Verstärkungsecken aus 5 mm dicken Balsaresten. Dabei ist viel Schleiferei für die richtigen Winkel und rechtwinklige Auslageflächen nötig. Noch Aufkleben und mit Stecknadeln sichern - Feierabend.

27.6.2020
Heute habe ich den Feinschliff der Kabine erledigt. Jetzt passt sie mit dem (ca.) halben Millimeter Untermaß, wie in der Anleitung angegeben, auf den Rumpf. Auch der Dübel für die Ar­re­tie­rung ist eingeklebt. Er ist deutlich kürzer als erwartet. Ich habe die Kabine direkt im Rumpfausschnitt zusammengesetzt und verklebt. Daher kommt wohl die "saugende" Passung.

Zum Testen dürfen schließlich noch die beiden Piloten Platz nehmen, dann kommt fürs Foto die alte Verglasung drüber.

In meinen Unterlagen habe ich das Dokument "MILITARY PRODUCTS REFERENCE DATA" von Bell Helicopter vom 1. Oktober 1973. Darin befindet sich unter vielen anderen auch eine Maßzeichnung der AH-1G. Die habe ich eingescannt und vergrößert. Jetzt kann ich ein paar Details der Cobra halbwegs maßstabsgerecht verwirklichen.

28.7.2020
Mit gelbem Isolierband habe ich die Rahmen der Kabinenscheiben nachgebildet, um mal einen Eindruck der fertigen Kabine zu bekommen.

5.7.2020
Nach ein paar Tagen Pause gehts an die Heckrotorblätter. Die alten "haben es in sich". Die Bohrungen sitzen mit fast einem Millimeter Querversatz drin, und die Blätter sind, wohl zum auswiegen, fast drei Milimeter unterschiedlich lang. Trotzdem hat das Heck heftig vibriert.
Daher nehme ich doch lieber neue Blätter aus dem Fundus, vom Verkäufer meiner ersten Cobra. Aber auch hier: ein Batt 10g, das andere gut 9g. Die Bohrungen habe ich fluchtend hinbekommen, die abgeschrägten Ecken auch. Ich bespanne sie mit weißer Bügelfolie, auf dem schwereren Blatt sind auch die schwarzen Streifen daraus. Auf dem leichteren Blatt muss ich dreieinhalb Streifen aus Isolierband verkleben, damit die Blätter endlich gleich schwer werden.

Schließlich stelle ich noch den Pitch ein.

Am Ende gehts bei schönstem Sonnenschein in den Garten für ein paar "Zustands-Fotos".

8.7.2020
Die Simulation der Kabinenrahmen nach dem Vorbild mit den runden Fenstern ist zwar ganz gut gelungen. Die Cobra, die ich mir als Vorbild für diese gelbe Maschine ausgesucht habe, hat aber eine Kabinie mit planer Verglasung. Das bilde ich wieder mit gelbem Isolierband nach. Es sieht noch nicht so toll aus, wie ich mir das vorstelle. Aber es ist ja auch noch Zeit, um Details auszuarbeiten.

© Uwe Jantzen 11.08.21